Strategien zum Spielverlauf

Die Landkarte wird bei jedem Spiel neu generiert, ebenso die Angebote in den Städten. Auch beim Spiel selbst basiert vieles auf Zufall, nicht zuletzt die Reihenfolge, in der man die Karten zieht. Deshalb ist es unmöglich, einen genauen Lösungsweg anzugeben und es gibt auch mehr als einen Weg. Man sollte auch immer im Hinterkopf behalten, daß die fünf Erzmagier versuchen, die Macht an sich zu reissen und dabei mit fortschreitender Spielzeit immer aggressiver vorgehen. Deshalb beschränkt sich dieser Guide auf allgemeine Strategien und auf Ratschläge bei schwierigen Situationen. Damit ist man für alles gewappnet und kann dennoch nach eigenem Ermessen vorgehen.

Hauptaufgabe ist es, fortwährend sein Deck zu verbessern, um so allen Gefahren zu trotzen und schliesslich auch den Endgegner zu besiegen. Ich persönlich lege auch Wert darauf, die Duelle so kurz wie möglich zu halten, trotzdem nehmen sie einen sehr grossen Teil der Spielzeit ein. Aber hat ja keinen Wert, sich ne Stunde mit nem Vieh zu kloppen, wenn man es in 3 Minuten erledigen kann. Gleichzeitig sollte man das Risiko, zu verlieren, so gering wie möglich halten. Da man aber immer mal völligen Mist ziehen kann und die Computergegner manchmal das passende Gegenmittel in ihr Deck zaubern, ist speichern/neuladen in meinen Augen auch legitim, aber man sollte das nicht übertreiben. Bei mir schmiert das Game auch öfter mal ab, also am besten vor jedem Duell, nach jedem Sieg und nach jeder Deckumstellung speichern.
Folgende Stufen sollte das Deck im Verlauf seiner Optimierung durchlaufen:


Genau in dieser Reihenfolge werde ich nun paar Strategien vorstellen und das ganze mit möglichen Beispieldecks garnieren. Es ist kein Muss, diese Decks nachzubauen, aber imho sind das mit spielstärksten, sichersten und schnellsten, die man überhaupt bauen kann. Nebenher sollte man den Goldvorrat aufstocken (am besten nur in 25er-Städten verkaufen), fleissig Amulette sammeln und verhindern, daß den 5 Bösen eine Stadt in die Hände fällt, denn dadurch verliert man Manalinks oder gar das Spiel.

Schritt 1: Siegfähiges Deck

Beginnen wir ganz vorn: Man sollte weiss als Hauptfarbe wählen, weil man mit dem "Sword of Resistance" als Worldmagic startet. Das Schwert teleportiert dich für ein weisses Amulet direkt zu einer belagerten Stadt, ohne das kann man anfangs 1-2 Städte verlieren, da die Wege zu weit sind. Dazu kommt man da auch am einfachsten an Karten, da die weissen Gegner mit am schwächsten sind und die Städte am besten erreichbar sind. Natürlich sind auch andere Farben möglich, am Start ändert sich dadurch nicht viel.

Anfangs hat man sehr viele Luschen im Deck. Das bedeutet, daß man erstmal von Stadt zu Stadt rennt und einkauft. Gegner werden durch Terrainwechsel und Strassenbenutzung abgehängt, Goodies immer mitnehmen. Karten verkaufen wir am besten in Städten, in denen 10 Food 20 oder gar 25 kosten, dort sind auch die Kartenein- und verkaufspreise ebenfalls entsprechend höher. Lohnt sich notfalls sogar, Karten in 15er-Dörfern zu kaufen und in 25ern zu verkaufen.

Auf Apprentice kann man mit einem kleinen Trick den Anfang stark beschleunigen: Da die Schlösser nur sehr wenig Kreaturen enthalten und die Erzmagier sich nicht rächen, kann man dort ein Schloss sehr oft besuchen und versuchen, kampflos einen Schatz abzustauben. Das klappt recht oft und so kommt man anfangs schnell an Gold und Amulette.

Wenn man 40 Karten zusammen hat und mit dem Deck erstmal zufrieden ist, fängt man erstmal mit paar einfachen Gegnern an. Je stärker die Gegner sind, desto mehr Leben haben sie, desto höher ist ihre KI, desto ausgefeilter ist ihr Deck und desto mehr Farben spielen sie. Schwache Gegner sind meist zu Fuss unterwegs, stärkere sind beritten oder können fliegen. Im Falle von Weiss hält man sich also erstmal an Cleric und Priestress. Stärkeren Gegnern wird erstmal Tribut bezahlt oder man zieht sich taktisch zurück, zB durch einen Terrainwechsel oder Strassenbenutzung.

Wichtig ist erstmal ein "Drawbreaker", denn oft türmen beide Seiten ihre Kreaturen auf und keiner kann ohne grössere Verluste angreifen. Eine starke Kreatur mit Regeneration oder ein Flieger kann das aber schnell umgehen, Artefakte wie der Icy Manipulator können gezielt Lücken in die Verteidigung schlagen, wichtige Kreaturen kann man schützen, wenn man sie mit kleineren verbündet. Beispielsweise hat der Gegner 2 Serra Angel und man selbst 1 Serra und 2 Mesa Pegasus. Wenn man in Bündnis angreift, kann man seine Serras beide killen und verliert dabei lediglich die Pegasi: damit hat man die Lufthoheit erobert.

Ebenso wichtig ist ein Kartenvorteil. Dazu sorgt man dafür, das die eigenen Kreaturen im Kampf siegreich bleiben, am einfachsten geht das mit Zusatzfähigkeiten (Banding, First Strike, Flying, Regeneration). Wenn man eine Kreatur töten, die verzaubert ist (oder gerade verzaubert werden soll), schlägt man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe. Dadurch stellt man eine dauerhafte Feldüberlegenheit her, der Sieg ist dann eine reine Zeitfrage.

Man kann alternativ auch Lücken beim Gegner ausnutzen und ihn dort gezielt angreifen, beispielsweise mit Direct Damage (zB Fireball), fliegenden Kreaturen oder anderen Schadensquellen (Black Vise, Prodigal Sorcerer, ...). Dies ist natürlich nicht so zuverlässig wie Feldüberlegenheit, aber dafür oft leichter und schneller zu erreichen.

Magic - the Gathering bietet vielfältige Strategien und um sich darin zu üben, sollte man den Duellmodus des Spiels verwenden. Hier kann man sich nicht nur mit den Decks der Gegner vertraut machen, sondern auch im "Sealed Deck"-Modus lernen, aus einem begrenzten Kartenpool ein spielstarkes Deck zu bauen. Ich persönlich spiele kontrolliert offensiv und danach sind auch die Beispieldecks aufgebaut. Zusätzlich setzen sie bei ein paar KI-Bugs im Duellmodus an.

Allgemein sollte ein Deck etwa 1/3 oder etwas mehr Mana enthalten (je teurer die Karten im Durchschnitt sind, um so mehr). Prinzipiell sollte man eine ausgewogene Manakurve haben, also sowohl billige Karten für 1-2 Mana und etwa gleich viel mittlere und teure Karten. Wenn man nur fette Kreaturen im Deck hat, wird man überrannt, hat man nur kleine, geht einem evtl die Luft aus. Dazu sollte man es recht klein halten, dadurch zieht man zuverlässiger und es passiert seltener, daß ein bestimmter Kartentyp fehlt (besonders bei Ländern ärgerlich).

Ein Kreaturendeck sollte bei 40 Karten etwa folgendermassen aufgebaut sein:

14 Länder, 14-18 Kreaturen, 2-4 Kreaturen-Verzauberungen, 3-5 Combat Tricks, der Rest allgemein nützliche Karten, zB zusätzliche Manaquellen, etwas zum Karten zu ziehen, Zerstörungskarten oder den Allrounder Icy Manipulator. Nach einigen Kämpfen und etwas sammeln könnte das erste Deck beispielsweise so aussehen:

Damit kann man bereits viele Pattsituationen entschärfen und Duelle über das Schlachtfeld für sich entscheiden. Die Karten bekommt man vergleichsweise einfach. Durch die Combat Tricks und Fähigkeiten der Kreaturen kann man fast immer unbeschadet angreifen oder blocken und den Gegner dezimieren.

Schritt 2: Landkartentaugliches Deck

So langsam hat man ein gutes Deck zusammen und kommt auch an Gold und Amulette. Nun sollte man sich daran machen, das Deck weiter auszubauen, damit man weniger Tribute zahlen muss und starke Gegner zumindest bei verlockendem Ante auch mal herausfordern kann. Man besucht erstmal möglichst viele Dörfer und Städte und deckt dabei die Karte auf. Neben der Deckverbesserung sollte man auch schon beginnen, Gold anzuhäufen, ein paar weisse Amulette zu sammeln und Worldmagics zu aktivieren.

Ich habe hier einmal zwei Decks aufgelistet, die ich in dieser Phase des Spiels verwende, beide sind enorm stark und dennoch recht einfach zu bekommen. Man sollte versuchen, beide Decks zu sammeln, ein drittes Deck braucht man eigentlich nicht, aber evtl will sich jemand von den Beispieldecks im Anhang inspirieren lassen. In Klammern sind beim zweiten Deck Ersatzkarten, die man solange verwenden kann, bis man die besseren hat. Das weisse Deck kann man direkt aus dem Startdeck bauen, indem man es langsam aufmotzt.

White Weenie:

Sideboard (Ersatzkarten): Angry Mob, Northern Paladin, Circle of Protection, Repentant Blacksmith, ...

Mit diesen starken Kreaturen kann man jedes Schlachtfeld für sich entscheiden und steht dank Erstschlag auch in der Defensive sehr sicher. Prinzipiell ein starkes Deck, daß gegen fast jedes bestehen kann. Das Sideboard dient dazu, sich gegen bestimmte Farben zu wappnen, dies kann man also immer dem Terrain anpassen. Paladine und Crusader haben viele dieser Karten im Deck, dort kann man sich also eindecken, sobald man eine reelle Chance gegen sie hat.

Evil:

Sideboard: Black Knight, Deathgrip, Gloom.

Mein Lieblingsdeck, da es sehr schnell gewinnt und dennoch sehr sicher ist. Für die Karten verhaut man am besten Warlocks und Nether Fiends, für einen Grundstock an schwarzen Karten gehen auch Witches. Als weitere Übergangskarten nimmt man beliebige Kreaturen, aber erst als Abwurf-Deck entfaltet sich die wahre Stärke.

Die Strategie ist sehr vielseitig: Mit Icy/Assassin hält man das Board frei, mit Hypnotics und dem Szepter leert man dem Gegner seine Hand und mit den Racks erhöht man den Schaden. Zusätzlich sorgen die Racks dafür, daß der Gegner selten noch Karten ausspielt, solange er weniger als 3 hat. Man könnte das Deck um einen Xenic Poltergeist erweitern, um auch ausgespielte Artefakte mit Icy/Royal vernichten zu können, aber meist reicht die Abwerferei dazu, überhaupt kein wichtiges Artefakt auf den Tisch kommen zu lassen. Damit kann man die KI innerhalb weniger Züge komplett abriegeln.